Max Strus ist weit mehr als nur ein erfolgreicher NBA-Spieler – er ist das perfekte Beispiel dafür, was harte Arbeit und Leidenschaft bewirken können.
Ich hatte die große Freude, mich nach dem Spiel der Heat gegen die Cavs am vergangenen Donnerstag einen Moment lang mit Max zu unterhalten, um zu erfahren, wie es für ihn ist, „sein altes Zuhause“ zu betreten, und was ihm das Erreichen seines 600. Karriere-Dreiers bedeutet.
Noch dazu hat Max die „Max Strus Family Foundation“ ins Leben gerufen, die er gemeinsam mit seiner Familie führt, um Gemeinschaften zu stärken – indem sie lokale Initiativen in den Bereichen Bildung, Jugendsport, Gesundheitswesen, Krebsforschung und psychische Gesundheit unterstützt.
Vergangenen Montag fand in Cleveland das „Bowl in the Land“-Event statt, bei dem Max Strus und seine Teamkollegen gemeinsam mit Fans bowlen gingen, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln.
„Ich habe die Foundation im Namen von mir und meiner Familie ins Leben gerufen – einfach, um den Gemeinschaften, in denen ich spiele oder gespielt habe, etwas zurückzugeben. Ob es nun Chicago, Miami oder jetzt Cleveland ist – es geht darum, rauszugehen, für jeden zugänglich zu sein und das größere Wohl in allen Gemeinschaften zu fördern.
Ich wollte das schon immer tun. Ich habe es immer geliebt, etwas zurückzugeben. Meine Mutter hat im YMCA gearbeitet, als wir jünger waren, und deshalb fühlt es sich für mich wie ein Teil meiner Jugend an.“
Ich freue mich jedes Mal, wenn Spieler ihre Reichweite nutzen, um solche Projekte ins Leben zu rufen und als starke Vorbilder zu agieren. Für so viele Kinder da draußen ist genau die Geschichte, die Max durchlebt hat, eine große Inspiration und Vorbild.
Max Strus wurde am 28. März 1996 in Hickory Hills, Illinois, geboren und wuchs in einer Familie auf, die sehr stark zusammenhält, und in der Sport und Teamgeist von zentraler Bedeutung sind. Seine Eltern, John und Debra Strus, waren selbst sportlich erfolgreich.
Debra Strus spielte Basketball und Volleyball und auch John Strus, sein Vater, spielte aktiv Basketball.
Max hat zwei ältere Geschwister – Marty und seine Schwester Maggie. Marty spielte vier Jahre lang Basketball an der Lewis University, und Maggie war College-Volleyballerin an der University of Illinois in Chicago.
Max entschied sich zunächst für das Lewis College, wo er zwei Jahre in der Division II spielte. Aufgrund seiner starken Leistungen wechselte er schließlich an die DePaul University. Der Sprung in den Profibasketball erfolgte jedoch nicht über den traditionellen Weg des NBA- Drafts, da er im Draft 2019 unberücksichtigt blieb.
Doch die Chicago Bulls wurden auf ihn aufmerksam und gaben ihm einen 2-Way-Contract. Während seiner Zeit im G-League-Team der Chicago Bulls, erlitt er am 21. Dezember 2019 einen Kreuzbandriss. Dies bedeutete das Saisonende, woraufhin er von den Bulls gewaved wurde.
Nach seiner Genesung, bot Miami Heat, ihm einen two-way-Deal an. Es gelang Max, sich bei den Heat zu beweisen – und wurde fester Bestandteil der Heat-Culture-Familie.
Nach drei Jahren in Miami und dem Erreichen der Finals in der Saison 2022/23, holten sich die Cleveland Cavaliers Max, um sich offensiv zu verstärken.
Ich hatte die Möglichkeit, am vergangenen Donnerstag nach dem Spiel Erik Spoelstra eine Frage zu Max zu stellen.
Aurelia Rieke:
„Hey Coach, das ist das erste Spiel in dieser Saison, in dem du Max spielen siehst. Kannst du etwas über seine Entwicklung sagen und zu dem, was du heute auf dem Court gesehen hast – insbesondere, dass er nun die 600-Dreier-Marke erreicht hat?“Erik Spoelstra:
„Von Anfang an hat er sich durchgesetzt. Ich liebe Geschichten wie die von Max – jemand, der mit diesem Traum gegen ungewöhnliche Widrigkeiten ankämpfen muss. Ich liebe das einfach. Deshalb habe ich ihn immer sehr respektiert. Ich war immer von Max begeistert. Er hat diesen Kämpfergeist. Er war ein Division-II-Spieler, der sich seinen Weg durch DePaul und dann durch die G League erkämpfen musste und dabei auch mit einer Verletzung zu kämpfen hatte. Das zeugt von enormer Standhaftigkeit. Es ist einfach eine großartige Geschichte. Er hat sich alles verdient, was er bekommen hat.“
Über die Rückkehr auf den Court, in der er so viele prägende Momente erlebt hat, konnte ich Max noch einige Fragen stellen.
Aurelia Rieke: „Wenn man sich deine Reise anschaut – jemand, der zunächst in der G-League spielte, durch eine Verletzung gewaved wurde, aber anschließend die Chance bei Miami bekam und jetzt für ein Team spielt, das um die Meisterschaft mitspielt – welche Emotionen durchlebst du, wenn du hier den Court betrittst, wo du drei Jahre lang zu Hause warst?“
Max Strus: „Ich wäre nicht da, wo ich heute bin, ohne die Heat – ganz klar. Ich habe die Zeit hier so geliebt, mit meinen Jungs im Locker Room. Es ist immer schön, alte Familienmitglieder zu sehen. Mit den Jungs habe ich gekämpft, Erfolge errungen – das wird man niemals vergessen. Es wird immer ein Teil meiner Geschichte sein. Diese Momente muss man feiern.“
AR: „Auf welches Matchup freust du dich besonders? Gibt es jemanden speziell ?“
MS: „Ich freu mich auch alle. Ich wünschte, Jimmy würde spielen, aber ja – es sind meine Jungs. Ich freue mich besonders auf Bam. Bam und ich sind immer noch eng befreundet.“
AR: „Was ist der größte Unterschied, den du zwischen der Heat-Kultur und dem jetzigen Umfeld bei den Cavaliers bemerkst? Was hat dich am meisten überrascht?“
MS: „Ich meine, es ist ähnlich – beide Teams kämpfen um denselben Traum, die Meisterschaft zu gewinnen. Hier bei den Cavaliers herrscht im Grunde dieselbe Mentalität, dieselbe Zielstrebigkeit und derselbe Zusammenhalt im Team.“
AR: „Nachdem du nun die 600-Dreier-Marke erreicht hast – ohne zu wissen, wohin dich deine Karriere führen würde – was ist dein nächstes Ziel? Setzt du dir bestimmte persönliche Ziele?“
MS:„Nein, ich versuche, eine Meisterschaft zu gewinnen. Das ist buchstäblich das Einzige, woran ich denke. Persönliche Auszeichnungen interessieren mich nicht so sehr – solange das Team gewinnt und ich meinen Teil dazu beitrage. Ich möchte einfach helfen, dieses Team auf höchstem Niveau zum Erfolg zu führen und eine Meisterschaft zu gewinnen.“
AR: „Wenn du zurückblickst – von dem Zeitpunkt, als du in der NBA angefangen hast, bis heute – was hat sich bei deinem Spiel am meisten verändert?“
MS: „Das ist eine gute Frage. Ich denke, was sich am meisten verändert hat, ist meine Fähigkeit, das Spiel zu lesen und als Verteidiger wirklich Einfluss zu nehmen. Früher wurde mir oft vorgeworfen, dass ich nicht genug körperliche Präsenz habe, um jemanden zu stoppen. Aber ich habe daran gearbeitet und meine Fähigkeiten am Ende des Spielfelds verbessert. Jetzt weiß ich, wann ich aggressiver sein muss und wann es klüger ist, in den defensiven Rhythmus des Spiels einzutauchen. Es ist ein ständiger Lernprozess – jedes Jahr versuche ich, etwas Neues zu lernen, um noch besser zu werden.“
AR: „Glaubst du, dass der Schlüssel zum Erfolg darin liegt, sich ständig weiterzuentwickeln, immer etwas dazuzulernen und nie zufrieden zu sein mit dem, was man bereits erreicht hat?“
MS:„Ja, absolut. Man muss sich immer weiterentwickeln. Jedes Jahr lernt man dazu – sei es von den jüngeren Spielern, den erfahrenen Veteranen oder einfach vom Spiel selbst. Je länger man spielt, desto mehr übernimmt man selbst die Rolle des Lehrers. Und genau das ist es, was ich anstrebe – ständig zu lernen, mich zu verbessern und letztlich auch anderen zu helfen, besser zu werden.“
Das, was Max im Interview über sein Team, den Zusammenhalt und seine Mentalität erzählt, spiegelt auch sein Verhalten außerhalb des Courts wider.
Ein weiterer wichtiger Aspekt seines Engagements ist sein Basketballcamp. Im Juli 2022 organisierte Max Strus ein Jugend-Basketballcamp an der Stagg High School – seiner ehemaligen Schule. Mit über 250 jungen Teilnehmern bot das viertägige Camp nicht nur die Möglichkeit, Basketballtechniken zu erlernen, sondern förderte auch Werte wie Teamgeist, Disziplin und Zusammenhalt.
Die gesammelten Spenden flossen in die Andrew Weishar Foundation, die krebskranken Kindern finanzielle Unterstützung bietet. Dieses Engagement unterstreicht, wie sehr es Max am Herzen liegt, auch außerhalb des Spielfelds Gutes zu tun und anderen zu helfen.